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Wenn sich auf dem Hof alles im Kreis dreht - dann läuft es richtig rund!

Das Herzstück unseres Hofes ist mit Sicherheit die Kompostieranlage. Sie stellt auf dem viehlosen Betrieb die mikrobielle Verdauung der organischen "Abfälle" sicher und versorgt wiederum die Kulturen mit den wichtigen Nährstoffen und hilft beim qualitativen Aufbau des Bodens.
Angefangen haben wir die Kompostierung mit dem System "gelenkte Rotte" und dem täglichen maschinellen Umsetzen der Kompostmieten (-Haufen). Dieser Prozess ist jedoch sehr arbeits- und kostenintensiv. Darüber hinaus werden die meisten wichtigen Nährstoffe (vor allem Stickstoff) einfach veratmet (buchstäblich verheizt) und stehen den Kulturen nicht mehr zur Verfügung. Nach langen Jahren Beobachtung und Optimierung der Prozesse haben wir das hier beschriebene System entwickelt:

Der Prozess der Fermentation

Sämtliche organischen Abfälle werden mit Mikroben (EM) unter Luftabschluss fermentiert.
Dies ist ähnlich dem Herstellen von Sauerkraut.
Nährstoffe wie N (Stickstoff) und Vitamine etc werden aufgebaut, Fäulniss als aerober Prozess ausgeschlossen. Die Vielzahl der verwendeten Mikrobenstämme garantiert die hohe Aktivität und später den Aufbau des Bodens.
Der maschinelle Aufwand ist bei diesem System gering!

Wir halten nicht gerade viel von den Düngungslehren nach N-P-K, da diese nur ein reines Stoffdenken abbilden.
Wir jedoch denken im grossen Ganzen. Im ganzen Organismus des Betriebes und auch des Bodens und des Kosmos, ohne dabei die Details aus den Augen zu verlieren.
So verwenden wir zur Verbesserung der Komposte Präparate aus Pflanzen.
Wie im biologisch-dynamischen Landbau stellen wir unsere Präparate selber aus ausgesuchten Pflanzen her. Mit einem grossen Unterschied:
Wir packen die Präparate nicht in "tierische Hüllen" (Kuhhörner, Hirschblasen, Haustierschädel etc.)!
Dies um die daraus negativ nachschwingenden Energien nicht in unserem Kompost zu haben und auch um der Betriebsphilosophie des vegetarischen Düngerkreislaufs und dem Anspruch der vegetarischen KundInnen gerecht zu werden.
Die Präparate werden beim Schritt 1 + 3 eingesetzt und helfen, dem Kompost die Informationen zu übertragen, welche die Nährstoffe verfügbar machen, den Boden aufbauen und lebendig machen, die Kommunikation der Pflanzenwurzeln mit dem Organismus Boden zu fördern und viele weitere...

"Unser Betrieb ist konsequent vegetarisch gedüngt. Darauf können Sie sich verlassen!"
Bernhard Hänni

Nichts ist unnütz in der Natur. So schliesst sich der Kreis auf dem Hof immer und immer wieder.
Was nicht anderweitig verwendbar ist, wird kompostiert, düngt Pflanzen und belebt Böden, ergibt neues Leben, wird wieder fermentiert etc... 

Ganz ohne food waste  eben!



"Sollten Grünabfälle nicht doch besser als grünes Gold bezeichnet werden?"

Dies fragte mich mein Lehrmeister bereits im ersten Lehrjahr zum Landwirt! Und JA, es sollte!



Profitieren auch Sie von unserem Know-How!

Gerne beraten wir Landwirte oder gewerbliche Grüngutverarbeiter in Sachen fermentativer Kompostierung. 
Verlangen Sie eine unverbindliche Offerte!
Als Referenz dürfen wir das Biomassezentrum in Spiez der Oberlandenergie AG nennen.
(Biogas Erzeugung und Herstellen von Landwirtschafts- sowie Qualitätskompost für den Gartenbau und Gärtnereien)







Ausgangsmaterial: Grünes Gold

Gesammelt wird alles was kompostierbar ist: Gras, Pflanzenreste, Rüstabfälle, Hühnermist und vieles mehr! Nur eben keine Komponenten aus Schlachtabfällen...

1. Schritt: Mischen

Regelmässig werden die organischen Materialien durch das Lohnunternehmen Hadorn Kompost Gurzelen in einem Mischwagen gemischt. Hier werden auch die effektiven Mikroorganismen EM und etwas Steinmehl zugesetzt. 

2. Schritt: Fermentation

Nun braucht es etwas Zeit für die Arbeit der Mikroben. Nach mindestens 6-8 Wochen unter Luftabschluss ist die Fermentation abgeschlossen. Das Produkt ist nun sehr sauer. (Bei "EM-Leuten" wird dieser Kompost als Bokashi beschrieben und könnte bereits verwendet werden)

3. Schritt: Mikrobielle Karbonisierung

Nach der Fermentation wird das Material in die nächste Box umgelagert und dadurch kurz belüftet. Danach geschieht Erstaunliches:
Es setzt ein Prozess ein, welchen wir als mikrobielle Karbonisierung beschreiben können. Die Mikroben stabilisieren dabei das Material und wandeln es in eine Art "Humusvorstufe" um. Es ist nun nicht mehr sauer und gleicht einer Terra preta Schwarzerde, nur ohne dass dazu Pflanzenkohle zugesetzt werden musste. Diesem Prozess gönnen wir in jedem Fall mindestens ein halbes Jahr Zeit. Denn: Gut Ding will Weile haben!

4. Schritt: Einbau im Boden

Nun kann der hochwertige Kompost eingesetzt werden.
Meist bringen wir den Kompost bei starkzehrenden Kulturen vor dem Pflanzen aus. Sofort nach dem Ausbringen wird der Kompost in das Pflanzbeet eingearbeitet (max. 8cm tief!). So kann das Material und die darin enthaltenen Mikroben das Bodenleben optimal ergänzen und im Boden verbaut werden.  Ein wahrhaftiger Bodenbeleber und -verbesserer!

Fazit:

Dies ist aus unserer Sicht die nachhaltigste Form der Düngung und dazu die schonenste für unsere Gewässer! Eine Auswaschung von Nährstoffen und eine Verarmung der Bodenfauna sind unmöglich! Und sie bereitet Freude!